Niederlützschera

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Lage:

Dicht an Oberlützschera liegt Niederlützschera. Diese beiden Ortschaften bilden schon lange eine Gemeinde. 1935 sind sie dann Auerschütz angegliedert worden.

 

Geschichte zu Niederlützschera:

Niederlützschera war früher ebenfalls ein Meißner Amtsdorf, gehörte zum Schulamt Meißen in der Vogtei Schrebitz. Im vorigen Jahrhundert ist es nach Kiebitz eingepfarrt.

 

Leonhardt nennt es auch bloß Lützschera und setzt es unter das Amt Nossen. Es hat 1820 10 Häuser und 50 Einwohner, später hat es 3 Güter, 1 Haus, 1 Gemeindehaus, die Schule und 1 Gastwirtschaft mit Schmiede. Niederlützschera hat früher viel mehr Bauerngüter besessen (wahrscheinlich sind sie bei der Eintragung 1820 mit in den 10 Häusern erfasst).

 

Wir finden 1529 5 Besitzer angegeben, Simon Müller, der Müller (Alte Mühle), Hans Köber auf Gut Nr. 4, Benedix Sparmann (Gut Nr. 2), Marten Reinert (Gut Nr.3), Brosius Möbis der Richter, (Gut Nr.1) und wahrscheinlich ist auch Marten Sachse noch als sechster Bauer im Ort gewesen. 1542 ist er namentlich genannt.

 

Anfang 1600 kommen die beiden Güter von Sparmann und von Sachse zusammen. Der Erbe von Gut Nr.2, Bartel Schreyer besitzt in Kiebitz ein Gut. Dieses gibt er dem Nachfolger von Sachse, Simon Roßbergk, und legt dessen Gut und sein geerbtes Gut in Lützschera zu einem 6 Hufengut zusammen.

 

1811 verkauft dann noch Heinrich Seyfert (Gut Nr.3) an seinen Bruder Johannes Gottfried Seyfert, so dass dieser nun Besitzer von eigentlich 3 Gütern wird. Am längsten ist das Gut Nr. 4 im Besitz einer Familie gewesen. Und zwar haben dort auch wieder Gruhl gesessen von 1589 – 1873, also über 300 Jahre.

 

Das Erbrichtergut (Gut Nr.1) war von 1638 – 1829 im Besitz der Familie Backofen.

 

Eng verknüpft ist Niederlützschera mit der Geschichte des örtlichen Schulwesens.

 

Seit 1839 steht hier ein Schulhaus. Es war für die Kinder von Ober- und Niederlützschera und Auerschütz. Seit der Eingemeindung von Ober- und Niederlützschera nach Auerschütz, sind auch die Kinder von Delmschütz nach Lützschera zur Schule gegangen. Sie gingen erst nach Hohenwussen. Dorthin ist dieser Ortsteil bis heute noch eingepfarrt.

 

Am Anfang des 19. Jahrhunderts ging der Lehrer mit den Kindern von Gut zu Gut. Dann wohnte und unterrichtete er in einem alten Backhause in Niederlützschera. Die Kinder von 12 Jahren ab gingen nach Kiebitz zur Schule. Folgender Bericht gibt Aufschluß über das damalige Schulwesen.

1839 wurde das 1. Schulhaus erbaut.

 

Die drei in das Kirchamt Kiebitz gehörigen Gemeinden Auerschütz, Ober- und Niederlützschera, welche von Kiebitz und Mügeln circa 1 Stunde entfernt sind, wovon aber Auerschütz in das Kreisamt Meißen, Oberlützschera in das damalige Schulamt und Niederlützschera in das Amt Nossen gehört, sind in einen Schulverband getreten und haben deshalb einen schriftlichen Vertrag abgeschlossen.

 

Da die letzten beiden Dorfschaften ganz beisammen liegen, so ist in dem Seifertschen Gute zu Niederlützschera nach einer Anzeige des Pastors Ehrlich in Kiebitz eine geräumige und hübsche Schulstube eingerichtet worden und mit den nötigen Utensilien versehen worden, welche Kosten jedoch die genannten Gemeinden allein getragen haben.

 

Nach dem Übereinkommen gedachter Gemeinden erhält der Schullehrer Böhrig, gegenwärtig 20 Jahre alt, 104 Thaler alljährliche Besoldung, welche dergestalt aufgebracht werden soll, dass zuförderst von jedem Kinde 9 Groschen wöchentliches Schulgeld bezahlt, dasjenige aber, was jedoch noch fehlen sollte, sowie alle anderen aus der Schulkasse zu bestreitenden Ausgaben durch Hufenanlagen ausgebracht werden soll.

Stifts- Superintendur Wurzen und Justizamt – Mügeln, 18. März 1836.

M. Gotthelf August Adam

Christian, Gottlob Krieger."

 

1839 wurde das erste Schulhaus erbaut. Zum Bau der Schule beantragte man beim Kultus-Ministerium in Dresden einen Zuschuss. Das Ministerium bewilligte 200 Thaler.

 

Die drei Gemeinden Auerschütz, Ober- und Niederlützschera wählten sich ihren Lehrer selbst und trafen mit ihm ein Abkommen wegen des Schulgeldes. Dann wurde der Gewählte dem Ephorus (Superintendent) zur Prüfung vorgestellt. Nach bestandener Prüfung wurde er eingesetzt. 1867 hat Johann Gottlieb Claus ein Gasthaus in Niederlützschera baute. Er erhielt den Grund und Boden und die Schankgerechtigkeit von Heinrich Eduard Löser.

 

Am 6. Oktober 1902 fand die Einweihung des neuen, jetzigen Schulhauses statt. Es steht in freier Lage. Das Klassenzimmer ist sonnig hell. Im 1. Stock befindet sich Wohnung für einen verheirateten Lehrer.

 

Aktuelles/Einwohner:

Im Einwohnermeldeamt der Gemeinde Ostrau wurden am 30. Juni 2015 83 Einwohner registriert.