Rückblick Symposium

Rückblick – Symposium „500 Jahre Lommatzscher Pflege – Wo Werte wachsen“

Am 09. Juni 2017 fand das Symposium „500 Jahre Lommatzscher Pflege – Wo Werte wachsen“ im Schützenhaus in Lommatzsch statt. Im großen und kleinen Saal des Schützenhauses hatten die ca. 200 Gäste ausreichend Platz und konnten den abwechslungsreichen Referenten folgen und die Ausstellung „Sachsens Geschichte unterm Acker“ besuchen.

Der Vormittag wurde von Agrarwissenschaftlern und Landtechnikern beleuchtet. Nach der Begrüßung durch die Vereinsvorsitzende Frau Dr. Anita Maaß und Herrn Dr. Mario Marsch vom sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ergriff Herr Staatsminister Thomas Schmidt das Wort. „Ich will innovative Lösungen, um umwelt- und tierfreundliche Wirtschaftsweisen weiter voranzubringen“ meinte Herr Staatsminister Schmidt. Herr Leithold, Geschäftsführer Agricon, aus der Lommatzscher Pflege stellte seine innovativen Lösungen im Pflanzenbau vor. Aus wissenschaftlicher Sicht war das Symposium mit Professuren von der TU München, Hochschule Trier und der TU Dresden vertreten. Themen der regionalen Wertschöpfung und des autonomen Fahren wurden erläutert.

Die Podiumsdiskussion stellte die Frage der Technik und des Fortschrittes in den Raum. Neben Minister Schmidt war auch Dr. Peter Jahr Europaabgeordneter der Meinung, gegen technischen Fortschritt ist niemand abgeneigt, der Mensch sollte im Vordergrund stehen.

Der Schwerpunkt des Nachmittagsprogramms wurde mit dem Vortrag von Herrn Prof. Dr. Hardtke zu Ackerwildkräutern begonnen und zum archäologischen Vermächtnis der Region setzte Herr Dr. Strobel fort. Herr Dr. Thieme nahm die bemerkenswerte geschichtliche Entwicklung der Lommatzscher Pflege zum Schwerpunkt. Von Brüchen und Wandel blieb die Region oft verschont, zugleich sei die Lommatzscher Pflege die produktivste Agrarregion Sachsens gewesen. Mit dem Wissen über die Vergangenheit lässt sich positiv in die Zukunft blicken. Herr Prof. Dr. Henkel, versteht sich als Anwalt des Dorfes, mahnte den Verlust der kommunalen Selbstständigkeit. In der anschließenden Podiumsdiskussion verwies Herr Dr. Thomas Maiziere Bundesinnenminister auf die Abhängigkeit von Stadt und Land. Der Begriff „Ländlicher Raum“ sei «Fachchinesisch», er sieht die Region stets in der Rolle der Rechtfertigung. Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion verschlossen sich nicht gegen die Probleme in der Lommatzscher Pfleg, wie z. B. Abwanderung, Erreichbarkeit im Öffentlichen Personennahverkehr. Besonders der Berufsnachwuchs bei Landwirtschaftlichen Betreiben sehen die Experten als Herausforderung. Themen wie die hohe Zufriedenheit und Lebensqualität der Bewohner der Lommatzscher Pflege sind zugleich deren Chance.

Mit diesen Aussichten lässt sich das Jubiläum der urkundlichen Ersterwähnung gebührend feiern, der Blick in die Zukunft lässt positiv hoffen.

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