Gemeinde Ostrau, Tierheim

Liebevoll umsorgt

Im Ostrauer Tierheim Wiesengrund haben Hunde, Katzen und weitere Vierbeiner ein schönes Domizil. Am 13. Mai ist dort Frühlingsfest.

 

Ostrau im Landkreis Mittelsachsen hat am Sonnabend, den 13. Mai, wieder seinen großen Tag. Zum traditionellen Frühlingsfest im Tierheim Wiesengrund werden zahlreiche Bürger der Gemeinde und aus der Umgebung dabei sein. Sie erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Kultur, Geselligkeit, Information und allerlei Kurzweil. „Im Jahr des 500-jährigen Bestehens der Lommatzscher Pflege wird dieses Fest wieder ein Höhepunkt im Leben der Gemeinde und in der Region sein“, sagt Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling, der dem Tierheim-Team und allen mitwirkenden Vereinen und Helfern dafür ein herzliches Dankeschön sagt. Denn dieses Frühlingsfest sei in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. „Es ist ein Treff von etwa zehn Vereinen, die sich da präsentieren und zugleich ihre Gemeinsamkeit unter Beweis stellen. Zum anderen ist dieses Fest eine gute Gelegenheit, den Gedanken des Tierschutzes zu vertiefen und eine artgerechte Haltung von Tieren sowie ein harmonisches Miteinander von Bürgern und Tieren zu fördern“, bemerkt der 53-jährige Bürgermeister.

 

Die Gemeinde ist stolz auf das Tierheim mit seinem Träger, dem Tierschutzverein Döbeln und Umgebung e. V. „Das Tierheim hat weithin einen guten Ruf. Geschätzt von der Bevölkerung werden Engagement, Fachkenntnis und liebevolle Betreuung der Tiere“, sagt Dirk Schilling.

Dass der 13. Mai von 11 bis 18 Uhr wieder erlebnisreiche Stunden für die Besucher bereithalten wird, ist vor allem auch ein Verdienst von Petra Franz-Bohn. Die 51-Jährige hat nach der Wende das Tierheim mit aufgebaut, war die erste Tierpflegerin in diesem Flachbau im Wiesengrund. In den vergangenen vier Jahren engagierte sie sich besonders um die Einbeziehung von vielen Vereinen zu diesem Fest. „Das brachte eine größere Ausstrahlung“, sagt Petra Franz-Bohn, die seit mehreren Jahren als Altenpflegerin in Meißen arbeitet. Mit Herzblut hat sie wieder ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Zur Eröffnung 11 Uhr werden die Traktorfreunde Ostrau mit ihren Oldtimern den Zug anführen. Die Original Jahnataler Blasmusikanten sind wieder mit von der Partie, gleichfalls die Kindergartengruppe Ostrau, Judokas des Döbelner SC 02/90 e. V., die Linedance Friends und noch viele weitere Mitwirkende. Im Festzelt ist eine Ausstellung zum 500-jährigen Jubiläum der Lommatzscher Pflege zu sehen, es gibt auch eine Tombola, Kinderschminken, eine Kaninchen- sowie eine Geflügelschau und anderes mehr. Mitglieder des Tierschutzvereins werden für diesen Tag Kuchen backen für das Kaffetrinken im Areal. „Wir freuen uns auf einen schönen Treff mit möglichst vielen Besuchern“, sagt Petra Franz-Bohn.

 

Das Tierheim-Team mit seinen sechs Mitarbeitern, darunter vier Tierpfleger, wird sich ebenso engagiert einbringen an diesem Tag. Es gibt Führungen und Fachauskunft für Besucher. Im Flachbau und an den Außengehegen und Ausläufen können sich Bürger von der Unterbringung der Tiere überzeugen. Gegenwärtig leben im Heim 25 Hunde und 50 Katzen (darunter auch viele Freigänger) sowie zehn Ziegen unterschiedlicher Rassen und etliche Kleintiere wie Hasen, Hamster oder Meerschweinchen. Und auch „Jacku“ als Maskottchen des Tierheims, ein Gelbhauben-Kakadu, der seit 23 Jahren hier sein Domizil hat, gehört zum Tierbestand, der gelegentlich auch durch weitere Vögel sowie Schlangen und andere Exoten ergänzt wird.

 

Was die zurzeit 100 Mitglieder des Tierschutzvereins und die Tierheim-Mannschaft im Wiesengrund seit 1990 in diesem Objekt, wo früher mal eine Gänseaufzucht sowie ein Meliorations-Bereich ihren Sitz hatten, geschaffen haben, ist beachtenswert. Innenräume, Gehege und Ausläufe, Quarantäne-Stationen und anderes für die Tiere sind in Schuss. Auch in einem Katzenhaus und in individuell ausgestatteten Freianlagen werden die Tiere gut umsorgt und haben vielfältige Bewegungsmöglichkeiten.

 

 

Spiritus Rector des Ganzen ist Marlies Przybilla. Die 60-jährige Tierpflegerin war viele Jahre Vorsitzende des Tierschutzvereins, leitet seit 1991 das Heim. Die gelernte Technische Weberin aus Zschaitz-Ottewig hat mit ihrem Team ein Tierparadies geschaffen. „Ich möchte den Menschen den richtigen Umgang mit Tieren nahebringen“, sagt sie. Auch an den schön gestalteten Außengehegen, die liebevoll von ihrem vor einiger Zeit verstorbenen Mann, der hier Hausmeister war, geschaffen wurden, ist diese Haltung sichtbar. Jährlich werden an die 750 Fund- und Abgabetiere im Heim registriert. Etliche davon werden später an Tierfreunde vermittelt.

 

Das Heim trägt sich unter anderem durch Beiträge, Spenden, Schutzgebühren bei der Vermittlung von Tieren und durch Gelder aus den Fundtier-Verträgen mit Kommunen. Marlies Przybilla hat es verstanden, den Tierschutzgedanken bei vielen Menschen, und Gemeinschaften, bei Behörden und weiteren Gremien zu fördern, was auch dem Heim eine stabile Grundlage gibt. Immerhin erstreckt sich der Einzugsbereich des Tierheims Wiesengrund auf Gebiete der drei Landkreise Mittelsachsen, Meißen und Nordsachsen, also auf Gemeinden und Städte in den Bereichen Riesa, Döbeln, Oschatz, Torgau, der Lommatzscher Pflege bis hin in den Chemnitzer Raum. „Unser Frühlingsfest soll dem Tierschutz weitere Impuls geben“, bemerkt die engagierte Frau. (Text und Fotos Dieter Hanke)

 

 

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Im Bild Frühlingsfest-Organisatorin Petra Franz-Bohn mit dem Maskottchen des Tierheims, dem Kakadu „Jacku“ (links) und Tierheim-Leiterin Marlies Przybilla.

 

 

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Tierpfleger Lothar Dietrich, seit 1993 im Tierheim beschäftigt, bei den Ziegen im Freigehege.

 

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Auch für die Hunde gibt es liebevoll gestaltete Gehege.

 

 

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