Wappen Gemeine Ostrau
Startseite   Kontakt   Impressum   Gästebuch   Links   Login

Oberlützschera

Nachfolgend ein Auszug aus der privaten Chronik der Frau Brettschneider:

„Oberlützschera ist auch früher ein unmittelbares Amtsdorf des Meißner Kreises gewesen, im Schulamt Meißen und in der Vogtei Schrebitz. Es liegt 2 Stunden nördlich von Döbeln, nahe bei Niederlützschera. Es hat 6 Häuser, eine Mühle und 40 Einwohner, unter denen 3 Bauern mit 73/4 Hufen und 2 Häusler sind. „Der Ort ist nach Kiebitz eingepfarrt, so steht im Post und Zeitungslexikon von 1820: Oberlützschera, auch Oberletscher, war ehemals ein Rittergut, dem Balthasar von Kobershain zuständig. Wilhelm von Meißen verwandelte es in 3 Bauerngüter und wies es mit dem Getreidezins an die neue Staatskirche zu Mügeln. Früher gehörte es dem Kloster Altzella.“

 

1530 hat das Rittergut schon nicht mehr bestanden, denn im Landessteuerregister finden wir „ 3 besessene man“ angegeben, Bartel Aelczwicz, Bastian Berwalt, Malz Berwalt.

 

1546 sind „4 besessene man“ genannt, Bartel Deltzsch (besteuert mit 105 Schock), Malten Berwalt (70 Schock), Thomas Roßberg ( 130 Schock) Mothes Sonntag (60 Schock), Letzterer ist der Besitzer der Mühle gewesen.

 

Ein Nebenarm der Kleinen Jahna trieb das Mühlrad wie auch in Niederlützschera. Diese Mühle ist jedoch Ende des 19. Jahrhunderts eingegangen, während die Mühle in Oberlützschera heute noch in Betrieb ist.

 

Am schlimmsten war die Zeit des Dreißigjährigen Krieges für Oberlützschera. In dem Adzudications – Rezess über Peter Berwaldens wüstes Guth vom Jahre 1654 ( G.B. Meißen 328 fol. 469) lesen wir, dass anno 1637 beim Schwedischen feindlichen Einfall das Guth nebenst dem gantzen Dorfe „Astaliter weggebrandt und eingeäschert worden, darauff gedachter Berwaldt nebenst seinem Weibe verstorben, und das Guth ganz öde, wüste und unbestellt liegen blieben. Bey welcher Verödung die Acker und Wiesen mit Holze bewachsen und verwildert, dass deswegen und der darauff hafftenden hohen Beschwerungen halber unangesehne sich darum öfters bemüht worden, an keinen Besitzer gebracht werden können.“ Dies öde Gut ist das jetzige Pinkertsche Gut.

 

Mit seinen 3 Gütern, 1 Mühle und 1 Stellmacherei ist Oberlützschera der kleinste Ortsteil der Gemeinde Auerschütz. ( 1938 ...... Einwohner, 1945 ...... Einwohner)

 

1940 wurde ein Teich in den alten Steinbrüchen, die zum Gerhardt Gruhlschen Gut gehören als öffentliches Freibad ausgebaut. Mit Badekabinen und Liegewiese versehen, vor allem aber durch seine malerische, ruhige Lage lockte es an Sommersonntagen und warmen Abenden viele Badegäste an.